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Bocholter Bühne: Minutenlanger Beifall als Lohn

BOCHOLT Entzückend harmlos wirkten die beiden alten Damen – auf den ersten Blick! Martha und Abby Brewster, hingebungsvoll gespielt von Helene Krüger und Birgit Wiemann, hatten es sich zur Lebensaufgabe gemacht, traurige und einsame ältere Herren von der Last ihres irdischen Daseins zu befreien. Mithilfe ihres Holunderweins, nach eigenem Hausrezept mit einer ordentlichen Prise Arsen versehen, mordeten die beiden schrulligen Damen in der rabenschwarzen Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“. Die „Bocholter Bühne“ führte ihre Premiere des Stückes jetzt im ausverkauften Kulturort Alte Molkerei auf.

Die vordergründige Unschuld der Damen Brewster hebe den tiefschwarzen Humor des Stückes besonders hervor, erklärte Regisseur Ralf Melzow. Einige der im Originalstück als „Männerrollen“ vorgesehenen Figuren wurden bei der Aufführung der „Bocholter Bühne“ durch weibliche Akteure gespielt. So wurden zum Beispiel die beiden Brüder von Mortimer durch Schwestern ersetzt. Phillip Küper, in der Rolle von Mortimer Brewster, spielte den leidgeplagten Neffen der beiden mörderischen alten Ladys. Den Fund einer Leiche im Salon und die Erkenntnis, dass nicht etwa seine schwachsinnige Schwester Teddy (Hiltraud Ykelen), sondern seine liebenswerten, aber leider unzurechnungsfähigen Tanten für den Tod des Mannes verantwortlich waren, brachte Mortimer an den Rand eines gut gespielten Nervenzusammenbruchs.

Das Auftauchen der Polizisten O'Hara und Klein-Brophy, hervorragend dargestellt von Petra Ebbert und Jens Habers, sorgten für eifriges Versteckspiel, um die „Verfehlungen“ der alten Damen zu vertuschen. Zumal Mortimers Verlobte Elaine (Conny Meckelholt) und deren Vater (Ralf Wanders) nichts vom geheimen Doppelleben der beiden alten Tanten erfahren sollten und natürlich immer im unpassendsten Moment am Ort des Geschehens auftauchten.

Das ebenfalls unzeitgemäße Erscheinen von Mortimers zweiter Schwester, der lange verschollenen und geistig hochgradig verwirrten Jennifer Brewster (Christiane Leiting), sorgte für weitere Verwicklungen auf der Bühne und leichte Gänsehaut bei den Zuschauern. Denn nicht genug, dass Jennifer in Begleitung der trunksüchtigen Frau Dr. Einstein (Heike Mecking) anreiste, schmuggelten die beiden Neuankömmlinge auch noch eine weitere Leiche ins Haus der Damen Brewster.

Gekonnt jonglierten die Darsteller zwischen verrückter Komödie mit schwärzestem Humor und dem plüschigen Charme des im Jahr 1939 von Joseph Kesselring geschriebenen Stückes. Bühnenaufbauten, Ausstattung sowie die liebevoll ausgewählten Kostüme der Darsteller rundeten das Stück ab und sorgten für das passende Ambiente.

Minutenlanger Beifall der Zuschauer belohnte die sehr gelungene Aufführung der „Bocholter Bühne“.

Autor: Ludwig van der Linde für den BBV



Stadtkurier vom 16.09.2009:

"Mörderisch gut - Theaterspaß in der Molkerei"


den Artikel können sie auf

http://www.sk-naklar.de/seiten/archiv.cfm

nachlesen.



Zum Inhalt:

Wer von den liebenswürdigen Damen, Martha und Abby Brewster, zum Tee geladen wird, der darf sich über die hausgemachten Überraschungen freuen. Es gibt Biscuits, eine hervorragende Marmelade und manchmal eben auch ein Gläschen Holunderwein nach eigenem Rezept. Aber der Gast sollte allein stehend und ein älterer Herr sein, damit er von den überraschenden Nebenwirkungen nicht mehr berichten kann. Denn man hat Leichen im Keller, keine sprichwörtlichen, nein, echte. Elf sind schon begraben, die zwölfte liegt im Wohnzimmer und wartet auf ihre Beerdigung.


Wenn da nicht der Neffe Mortimer wäre, der Leichen im Wohnzimmer einfach schockierend findet. Wobei der doch eigentlich hart im Nehmen sein müsste, denn er ist Theaterkritiker und hat auf diese Weise doch schon so manchen Schrecken überlebt.


Aber die Beerdigung behindert nicht nur er, sondern auch die plötzlich auftauchende steckbrieflich gesuchte verrückte Schwester Jennifer, die im Gepäck eine weitere Leiche hat. Das atemberaubende Versteckspiel beginnt, welches bei der die Polizei zwar keinen kriminalistischen Spürsinn entwickelt dafür aber Sinn für Theatereffekte.


Die Kriminalkomödie ist ein Hollywood-Klassiker und wurde durch die Verfilmung von Frank Capra mit Cary Grant zum Welterfolg.


Es spielen:

Ralf Wanders, Birgit Wiemann, Christiane Leiting, Conny Meckelholt, Helene Krüger,Hiltraud Ykelen, Jens Habers, Petra Ebbert, Phillip Küper, Heike Mecking

Regie: Ralf Melzow


Rechte: Deutscher Theaterverlag