anstaltslos

eine Eigenproduktion der Bocholter Bühne


Hinter diesem "Unwort" der deutschen Sprache verbirgt sich ein (be-)sinnlich, vergnüglicher Abend mit den bekannten Bocholter Lokalmatadoren.

Ein hintersinnig aufgebautes Lustspiel um Schein und Sein der Menschheit. "Wie lange noch?", so könnte die entscheidende Frage angesichts menschlicher Dummheit lauten.

So verwundert es nicht, wenn die Eigenproduktion "anstaltslos" anstandslos mit einem freiwilligen Mord -sehr vergnüglich!- beginnt und die Irrungen und Wirrungen menschlichen Handelns ihren Verlauf nehmen.

Dubiose Ärzte und Krankheiten, aufmüpfige Kellner, steppende Gatten angesichts vagabundierender Hausbesetzer, melodramatische Offenbarungen, gelangweilte Spione und etliches mehr ist die heitere Kost dieses Abends.

Das Menü wurde zusammengestellt aus Texten von: André Michaux, Heinar Kipphardt, Unika Zürn, Jane Bowles, Ken Campbell, Monty Pythons, Kurt Tucholsky, Oscar Wilde, u.v.a.m. ...

"Anstaltslos" übergab er mir das Schreiben. FALSCH!? Ohne "Anstalten" zu machen, zerschlug sie das Glas und lachte. RICHTIG?!

Entspricht "anstaltslos" einer Übersprungshandlung oder ist es eine Zustandsbeschreibung....?!

Sobald eine Institution, welcher Art auch immer, durch eine unmittelbare  Handlung  den Empfänger überrascht, wird hier dieses "Unwert" benutzt. Aber im Stück zeigt die Bocholter Bühne überraschend Umittelbares außerhalb jeglicher Konvention. Die unreglementierte Anstalt unseres Handelns ist überall dort, wo wir uns bewegen und zeigt sich in anarchischen Verweigerungen herrschender Konventionen.

Liebe Gäste!

Besuchen Sie uns doch einmal in der Anstalt "Kulturort Alte Molkerei" und bringen Sie bitte Ihre "Anstaltslosigkeit" mit. Wir bewegen uns unter ihren Augen und Ohren außerhalb jeglicher "Anstalt".

Doch ACHTUNG: Die Platzzahl ist begrenzt!


Liebe Gäste!
Aufgrund der riesigen, ungeheueren und gewaltigen Resonanz und der vielen Nachfragen zu dem neuen Stück der Bocholter Bühne „Anstaltslos“ können wir nicht anders. Wir tun es! Noch zweimal!

Statt der sonst üblichen Stückbeschreibung hier Auszüge der Kritik von

Michael Stukowski aus dem BBV vom 8.11.2010:

“Bocholter Bühne glänzt mit neuem Stück „Anstaltslos“

Bocholt - Wirre Ärztinnen, die falsche Medikamente verteilen. Spießige Ehemänner, die sich aus Angst vor Hausbesetzern fast in die Hosen machen und nach der Polizei schreien. Dazu wird auch noch nach Herzenslust fantasiert und gemordet. Bei der Premiere ihres neuesten Stücks „Anstaltslos“ tischte die Bocholter Bühne ein Spiegelkabinett voller skurriler Charaktere auf. Und verwandelte den Kulturort Alte Molkerei in ein fantastisches Sanatorium mit bizarren Insassen.

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Dabei ging es anfangs noch eher verhalten zu: Eine Gruppe stand mit dem Rücken zum Publikum und amüsierte sich lautstark, als eine „Mitbewohnerein“ ein Selbstgespräch führte.

„Ich kann mich mit dem Erwachsen-Sein nicht abfinden“, tönte es aus dem Off. Das Statement hätten die zahlreichen Zuschauer als Warnung auffassen müssen. Denn jetzt reihte sich Szene an Szene und der ganz „alltägliche“ Wahnsinn wurde auf die Spitze getrieben.

So erschien in luftiger Höhe ein Lebensmüder. Bevor der in den Tod springen konnte, wurde er erst einmal kräftig von einer Touristin geschröpft. Sie nahm ihm nicht nur den (teuren ) Anzug und die Brieftasche ab, sondern auch noch den Abschiedsbrief. Am Ende warf sie den verhinderten Selbstmörder eigenhändig in die Tiefe. Die absurde Begebenheit hätten Samuel Beckett oder Eugène Ionesco kaum besser treffen können.

Nicht minder grotesk wirkte die Schauspielerin, die sich per Revolver von ihrem schleimigen Pianisten trennte und sofort mit dem Nachfolger herumschmuste. Oder die Anstaltsbewohnerin, die unter einer anrüchigen Identitätsstörung litt. Sie hielt sich nämlich für ein großes Stück Käse und mischte mit ihrer Panikmache den ganzen Laden auf.

Der Versuch, festgefahrene Denk- und Wahrnehmungsmuster aufzubrechen, ist der Bocholter Bühne mit ihren beißend-sarkastischen Szenen bravourös gelungen. Das ganze Ensemble spielte so homogen und leidenschaftlich, dass kein einzelner Darsteller hervorgehoben werden sollte. Ein Extralob gebührt Regisseur Ralf Melzow. Er gestaltete aus Texten von Kurt Tucholsky, Oscar Wilde oder Monty Python eine Spielvorlage, die den Zuschauer glänzend unterhielt. Und manchen auch sehr nachdenklich gestimmt haben dürfte.“

Es spielen: Birgit Wiemann, Petra Ebbert, Ralf Wanders, Conny Meckelholt, Eileen Hintenberger, Helene Krüger, Christiane Leiting, Heike Mecking, Jens Habers, Hiltraud Ykelen, Reinhard Schlusemann
Regie/Konzept: Ralf Melzow

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Bilder gibt es hier