Kleinkunstpreis für "Bocholter Bühne"

Bocholt (wim). Klar, die vier Anwärter auf den ersten Bocholter Kleinkunst-Preis wußten schon vorher, daß sie bei der Preisverleihung nicht leer ausgehen würden. Trotzdem war die Spannung in der Hauptstelle der Stadtsparkasse kaum mehr zu überbieten. Was Kleinkünstler und Publikum nämlich noch nicht wußten: Wem die Jury den ersten Preis zugedacht hatte und wer den Löwenanteil der Siegprämie über insgesamt 5000 Mark mitnehmen durfte.

Kulturausschuß-Vorsitzender Joachim Pradel lüftete das Geheimnis: "Der erste Preisträger des Kleinkunst-Wettbewerbs ist die Bocholter Bühne", verkündete er den über hundert Gästen unter dem Jubel der Sieger. Das hatte die Jury - Mitglieder des Kulturausschusses und der Sparkassenstiftung zur Förderung von Wissenschaft, Kultur und Umweltschutz - so entschieden. Für die 18köpfige Schauspielertruppe bedeutet der erste Preis: Eine Urkunde und einen Scheck über 3000 Mark. Beides wurde von Hannah Krüger und Regisseur Ralf Melzow entgegengenommen.

"Die Gruppe verfügt über ein sehr großes kreatives Potential", begründete Pradel die Entscheidung der Jury. Die kulturellen Erlebnisaktionen der Interpreten seien "ein wichtiger Beitrag zur Bocholter Theaterszene". Beispiel aus jüngster Zeit: "Der Sängerkrieg der Heidehasen", den die "Bocholter Bühne" vor kurzem uraufgeführt hat.

"Kleinkunst in der Art ihrer Darstellung ist häufig experimentell, frech, mutig, kritisch und zugespitzt", ging Bürgermeisterin Christel Feldhaar in ihrer Ansprache auf die Wesenszüge von Kleinkunst ein. Eigenschaften, die sich auch Maler Klaus Punsmann und die Gruppe "Pumpworteln" in Werken und Auftritten regelmäßig zunutze machen. Für sie wurde der zweite Preis gleich zwei Mal verliehen. Punsmann erhielt die Auszeichnung "für Kunstausstellungen an unkonventionellen Orten" und die "Pumpworteln" für ihr "Bocholter Platt in Verbindung mit peppiger Musik". Und dann gab es da noch eine Extra-Auszeichnung. Und zwar für die Mitglieder der Bocholter Kolpingspielschar, deren plattdeutsche Stücke immer wieder für ein volles Bühnenhaus sorgen. Man erinnere sich nur an "Heeren un Lö".

Schon jetzt steht für alle Beteiligten im übrigen fest, daß der erste Bocholter Kleinkunstpreis nicht der einzige bleiben soll. "In den kommenden Jahren sollen weitere Preise ausgelobt werden", sagte Joachim Pradel. "Um weitere wertvolle kulturelle Darbietungen und Initiativen hervorzuheben."

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